Die gesellschaftliche Stellung der Frau ist leider immer noch nicht ausreichend im Sinne von Gendermainstreaming in den Österreichischen Sportstrukturen präsent.
Der Unterschied der Möglichkeiten von weiblichen und männlichen AthletInnen wird im Bereich des Spitzensports offensichtlich. Deutlich weniger Frauen betreiben Hochleistungssport, nicht zuletzt, weil die gesellschaftliche Anerkennung hierfür meistens nicht gegeben ist und die nötigen Rahmenbedingungen fehlen.
Wenn zu wenig Konkurrenz im Sinne von TrainingspartnerInnen vorhanden ist, erschwert dies massiv die Voraussetzungen Top-Leistungen zu erzielen. Nicht zuletzt leidet die Qualität des Trainings, wenn AthletInnen ständig alleine, ohne TrainerIn, ohne professionelle Unterstützung, ihr tägliches Trainingspensum erfüllen müssen.
Durch den Zusammenschluss mehrerer Fachverbände (vorerst ÖFOL, ÖRV, ÖRSV) mit gleichen Zielen, wird durch ein sportartenübergreifendes, polysportives, gemeinsames und teils auch gezieltes sportartenspezfisches Training dieser Entwicklung gegengesteuert. Die AthletInnen aus den verschiedenen Sportarten werden zentral in Trainingszentren, welche über ganz Österreich verteilt aufgebaut werden, zusammengeholt. Eine zentrale Person an jedem Stützpunkt koordiniert fachverbandsübergreifend alle AthletInnen aus dem jeweiligen Einzugsgebiet. Viele Trainingsangebote, besonders in den Übergangszeiten, können in der gesamten sozusagen polysportiven Trainingsgemeinschaft umgesetzt werden. Trainingsbegleitende Maßnahmen mit Krafttraining, Regenerationstraining, Mentales Training, Workshops zu fachspezifischen/ gruppenspezifischen/ frauenspezifischen/ übergreifenden Themen, werden ebenso in diesem sozialen Gefüge der polysportiven Trainingsgemeinschaft abgehalten.
Neben diesen Inhalten werden auch die sportartspezifischen Maßnahmen unter dem besonderen Aspekt der Qualitätssteigerung des Trainings, durch Anwesenheit von den besten TrainerInnen, sowie im Gefüge der Trainingsgruppe, forciert.
Eine ganz besondere Stütze erhalten die AthletInnen, welche leider situationsbedingt oft gezwungen sind „einsam“ mit ihrem Sport zurecht zu kommen dadurch, dass sie gleichgesinnte SportlerInnen in ihrer nahen Umgebung kennen lernen, und somit in einem größeren, sportlich orientiertem, sozialen Gefüge Rückhalt finden. Durch weitere sportpsychologische/ mentale Betreuung oder Coaching sollen die AthletInnen nicht nur mentale Stärkung erfahren, auch unter Umständen verdeckte Missstände aufgedeckt und ausgeräumt werden.
Gendermainstreaming im Sport ist auch sehr wesentlich eine Angelegenheit der Öffentlichkeit, So will das Projekt auch wichtige Akzente in der Förderung von Leistungsträgerinnen setzen, die bisher in Österreich zu wenig (finanzielle) Unterstützung erhalten haben. Durch eine intensive, fachverbandsübergreifende, gemeinsame Pressearbeit und durch professionelle Marketingstrategien soll zusätzlich die Wahrnehmung der Frau im Leistungs- und Hochleistungssport in der Gesellschaft positiv verändert werden.
Wesentliches Kennzeichen des Projekts ist nicht nur das gendersensible (bzw. auch frauenspezifische) Sport- und Trainingsangebot, und die Stärkung des sozialen Gefüges wie der Gruppendynamik im Training. Auch die Sensibilisierung und Fortbildung der TrainerInnen und BetreuerInnen ist ein wichtiger Part des Gesamtkonzeptes.
In diversen Workshops einerseits mit den AthletInnen, andererseits mit den TrainerInnen geht es um die Erhöhung der Kompetenzen durch Wissen um frauenspezifische Themen (Essstörungen, Menstruation, Barrieren, Selbstsicherheit etc.), Wissen um Gendermainstreaming im Sport, sowie weitere relevante Themen. Die Sensibilisierung der ProjektmitarbeiterInnen und TrainerInnen durch regelmäßige begleitende Supervisionsmaßnahmen ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. Die langjährige, führende Expertin für Gendermainstreaming in Sport, Ass.Prof.Dr. Rosa Diketmüller, begleitet “Going to the Top”.
Ein ebenso wichtiger und notwendiger Schwerpunkt des Projekts ist die Doping Prävention. Eine enge Kooperation mir der Abteilung „Prävention“ der NADA ist ein grundlegender Bestandteil des vorliegenden Projektes. Alle SportlerInnen die in das Projekt eingebunden werden, müssen sich in SportlerInnenverträgen offiziell gegen Doping aussprechen und sich verpflichten die Anti-Doping Gesetze einzuhalten.
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