Unter tiefst winterlichen Bedingungen absolvierten 21 Going to the Top AthletInnen aus allen drei Sportarten den Skitourenkurs in Johnsbach/Gesäuse. Bereits die Anreise am Freitag Abend war wegen des starken Schneefalls eine autofahrtechnische Herausforderung, in den darauffolgenden Tagen kämpften sich drei Gruppen durch Kälte, Wind und rund 80cm Neuschnee.
Ziel des Skitourenlehrgangs war nicht ausschließlich das gemeinsame Training – Skitouren sind eine geniale Alternative zum sportartspezifischen Training – und Bergerlebnis, sondern das Erlernen eines gewissen Basiswissens zu den Themen Lawinenkunde, sorgfältige Tourenplanung bzw. sichere Umsetzung im Gelände.
Der Obmann der Steirischen Berg- und Skiführer, Hans Sitzmann , konnte für die Arbeit mit den Going to the Top AthletInnen gewonnen werden. Aufgrund des Genderschwerpunktes des Projekts, sollten auch Bergführerinnen im Ausbildungsteam vertreten sein. Keine leichte Aufgabe, gibt es in Österreich unter 1400 Bergführern lediglich 28 Frauen; in Deutschland sind es 6 von 600, und zwei von ihnen, Gudrun Weikert und Petra Bayer sind extra für den Kurs aus Bayern angereist.
Der Skitouren- und Lawinenkurs im Gasthof Ödsteinblick begann mit dem „Ausfassen“ und Anprobieren der gesamten Leihausrüstung.Es war ein ganz besonderes Entgegenkommen der Firma Dynafit, dass sie Ski, Schuhe, Stöcke und Felle den Teilnehmerinnen kostenlos zur Verfügung stellte, ja mehr noch, Martin Vasold hat das Material selbst gebracht und alle notwendigen individuellen Einstellungen vor Ort gemacht. Vielen herzlichen Dank!Auch der Firma Pieps sei an dieser Stelle gedankt: die neuesten LVS Geräte, Sonden und Schaufeln wurden den Teilnehmerinnen zur Verfügung gestellt. Und noch ein Dank an Hans Sitzmann, der das alles organisiert und in die Wege geleitet hat!
Der erste Vortrag von Gudrun Weikert versuchte, den AthletInnen zu vermitteln, was zu einer sorgfältigen Tourenplanung dazugehört. Die 3×3 Methode wurde vorgestellt, unter regionalen – lokalen und zonalen Gesichtspunkten müssen immer die Kriterien „Verhältnisse“, „Gelände“ und „Menschen“ mitberücksichtigt werden.
In den Kleingruppen wurde das Gelernte gleich in die Praxis umgesetzt und anhand des aktuellen Lawinenberichts und der Landkarten eine Tour ausgesucht. Schön war hier das konstruktive, polysportive Miteinander – die „kartenversierten“ OrientierungsläuferInnen waren für die weniger geübten Rollerskater und Radfahrerinnen eine große Hilfe.
Im zweiten Vortrag von Hans Sitzmann ging es um das schwierige Thema „Lawinenkunde“ – ausgehend davon, wie Lawinen überhaupt entstehen, ging es über die Einschätzung der jeweiligen Gefahrenstufe bis hin zum Verhalten im Notfall, sprich VHS Suche nach einem Lawinenabgang.
Trotz der erheblichen Lawinengefahr konnten sowohl am Samstag als auch am Sonntag mittlere Touren in Kleingruppen durchgeführt werden. Der viele Schnee war eine Herausforderung zum Spuren – topmotiviert haben sich die TeilnehmerInnen bemüht, sich an das Anlegen einer optimalen Aufstiegsspur heranzutasten; in einer anderen Übungssequenz wurde die richtige Spitzkehrentechnik gelernt und auch an der Technik bergab konnte gefeilt werden. Besonders für diese Übungen war der viele Schnee ein Segen!!
Zur Einschätzung der aktuellen Lawinengefährdung wurden draußen gelehrt, wie man beispielsweise die Hangneigung misst, wie man ein Schneeprofil gräbt und interpretiert und wie man mit Vorsichtsmaßnahmen (z.B. Entlastungsabstände) das Risiko minimieren kann. Für den Ernstfall eines Lawinenabgangs wurde die Suche mit LVS Geräten in verschiedenen Varianten geprobt, eingegrabene Rucksäcke, Körperteile sondiert sowie der Vorgang einer organisierten Suche durchbesprochen. Auch wenn all das Vergrabene eigentlich recht rasch gefunden wurde, waren sich alle TeilnehmerInnen einig, dass sie den Ernstfall nie wirklich erleben wollen.
Die zweieinhalb Skitouren Tage sind leider sehr/zu schnell vergangen: sie waren lehrreich und lustig und, wie viele AthletInnen zum Schluß bemerkten, wiederholenswert!!
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